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GKV-Reform: Beamte zahlen 2027 deutlich mehr Zuzahlung

· Redaktion
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Die GKV-Reform des Sommers erreicht jetzt die Geldbeutel der Beamtinnen und Beamten. Das Bundesinnenministerium überträgt die GKV-Sparpakete „wirkungsgleich“ auf Bundesbeamte, wie eine Sprecherin auf BR-Anfrage bestätigte. Beihilfeberechtigte sollen damit wie Kassenpatienten belastet werden. Bundeskanzler Merz und Gesundheitsminister Linnemann flankieren den Schritt.

Medikamente und Zahnersatz werden teurer

Spürbar wird der Einschnitt bei verschreibungspflichtigen Medikamenten: Der Eigenanteil pro Packung steigt zum Jahreswechsel auf 7,50 bis 15 Euro – die alte Grenze von 5 bis 10 Euro hatte über 20 Jahre Bestand. Auch Zahnersatz wird teurer: Die GKV senkt die Festzuschüsse für Kronen, Brücken und Prothesen von 60 auf 50 Prozent – die Beihilfe soll nachziehen. Homöopathische Verfahren zahlt die Beihilfe künftig nicht mehr. Über die Zuzahlungen hinaus bestimmen mehrere feste Posten, was vom Gehalt einer Beamtin oder eines Beamten am Ende übrig bleibt – die wichtigsten Abzüge im Überblick: Abzüge bei Beamten: Was wird vom Gehalt abgezogen?

Bund prescht vor, Länder bremsen

Der Bund ist nur Dienstherr für die Bundesverwaltung; die meisten Beamten arbeiten bei den Ländern, die über ihre Beihilfe selbst entscheiden. Die Reaktionen fallen verhaltener aus: Bayern prüft den Entwurf, eine 1:1-Übertragung der GKV-Reform sei „systembedingt nicht möglich“. Die Systeme unterscheiden sich: Kassenpatienten zahlen Pauschalen, Beamte reichen Privatrechnungen ein – das Alimentationsprinzip blockt willkürliche Kürzungen ab. Teilweise greifen die Sparmaßnahmen automatisch, andernorts fehlen noch Verwaltungsbeschlüsse – das BMI strebt ein „zeitnahes Inkrafttreten“ an. Ob sich Ihre Beihilfe konkret ändert, hängt also vom Dienstherrn ab – aktuelle Tabellen für Bund und Länder stehen in unserer Besoldungsübersicht.

„Rote Linie“ für die Gewerkschaften

Der Deutsche Beamtenbund rief die Übertragung der GKV-Reform auf die Beihilfe schon im Sommer eine „rote Linie“: Beamte dürften nicht zum Bauernopfer der Gerechtigkeitsdebatte werden. Die Gewerkschaften verweisen auf die versicherungsfremden Leistungen – vor allem die Gesundheitskosten von Grundsicherungsempfängern (10 bis 13 Milliarden Euro jährlich) – und fordern Finanzierung aus Steuermitteln. Brisant: Weil Kliniken und Arzneimittel gedeckelt sind, spart der Bund bis 2030 bis zu 500 Millionen Euro jährlich an Beihilfe-Zuschüssen – während die Zuzahlungen der eigenen Beschäftigten steigen. Erwartet werden zudem Folgekürzungen, etwa bei der Beihilfeberechtigung von Ehepartnern.

Quellen