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TV-L Aktuell

Tarifrunde TV-L 2021

Laufzeit

01.10.2021 – 30.09.2023 (24 Monate)

Tarifeinigung

29.11.2021

Beschäftigte

1.100.000

Entgelterhöhungen

2023 +2,800 % Entgelterhöhung 2023: +2,8%
2022 +0,000 % Entgelterhöhung 2022: Nullrunde

Chronologie

Pressemitteilung

Forderungskatalog vorgelegt: +5,0 % bzw. min. 150 €, Gesundheitswesen +300 €, Azubis/Praktikanten +100 €, Laufzeit 12 Monate; Ablehnung durch Arbeitgeber

Die Gewerkschaften haben ihre Forderungen für die aktuelle Tarifrunde veröffentlicht: Eine Erhöhung von 5,0 %, mit einem Mindestbetrag von 150 Euro. Im Bereich des Gesundheitswesens wird eine Steigerung um 300 Euro gefordert, für Auszubildende und Praktikanten beträgt die Forderung 100 Euro. Die vorgeschlagene Laufzeit beläuft sich auf 12 Monate. Die Arbeitgeberseite, repräsentiert durch die Tarifgemeinschaft deutscher Länder unter Leitung des niedersächsischen Finanzministers Reinhold Hilbers, lehnte diese Forderungen sofort ab. Quellen: Pressemitteilungen der Gewerkschaft ver.di sowie der Tarifgemeinschaft deutscher Länder.

Pressemitteilung

Erste Verhandlungsrunde schließt ohne Annäherung ab

Die erste Runde der Tarifverhandlungen ist am erwarteten Ergebnis gescheitert und endete ohne eine inhaltliche Annäherung zwischen den Parteien. Quelle: Pressemitteilung der Gewerkschaft ver.di

Schlichtung

Vergleich der ver.di-Forderungen mit den tariflichen Ergebnissen

Die folgende Übersicht stellt die Forderungen von ver.di bezüglich der Entgelte in den jeweiligen Tarifrunden dem späteren Tarifergebnis gegenüber. Dabei wurden stets 12 Monate Laufzeit gefordert, weshalb hier jeweils das Ergebnis für das erste Jahr der Tarifrunde ausgewiesen ist. Vergleich der gewerkschaftlichen Tarifforderungen mit dem späteren Ergebnis: Jahr | Tarif | Forderung | Ergebnis | R | S | St 2020 | TVöD | +4,8% | +1,4% | 3 | / | / 2019 | TV-L | +6% | +3,01% | 3 | / | / 2018 | TVöD | +6% | +2,9% | 3 | / | / 2017 | TV-L | +6% | +2,0% | 3 | / | / 2016 | TVöD | +6% | +2,4% | 3 | / | / 2015 | TV-L | +5,5% | +2,1% | 4 | / | / 2014 | TVöD | +100 € | +3,5% | +3,0% | 3 | / | / 2013 | TV-L | +6,5% | +2,65% | 3 | / | / 2012 | TVöD | +6,5% | +3,5% | 3 | / | / 2011 | TV-L | +50 € | +3% | +1,5% | 3 | / | / 2010 | TVöD | +5% | +1,2% | 3 | S | / Da die Gewerkschaften ihre Tarifforderungen jeweils nur für ein Laufzeitjahr stellten, wird hier ausschließlich dieses Jahr dargestellt. R: Verhandlungsrunden S: Schlichtung St: Streik

Einigung

Tarifeinigung im hessischen öffentlichen Dienst (TV-H)

Im öffentlichen Dienst des Landes Hessen, das als einziges Bundesland nicht Mitglied der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) ist und daher einen eigenen Tarifvertrag („TV-H“) besitzt, wurde eine Tarifeinigung mit folgenden Eckpunkten geschlossen: Am 01.10.2021 gilt eine Nullrunde – es erfolgt keine Erhöhung in den ersten 10 Monaten; am 01.08.2022 steigen die Entgelte um +2,2 %; am 01.08.2023 um +1,8 %, mindestens jedoch 65 €. Zudem sind Corona-Sonderzahlungen vorgesehen: 500 € im Dezember 2021 und 500 € im März 2022. Es kommt zur Einführung einer neuen Entgeltgruppe 16 sowie zur Auftrennung der Stufe 1 in die Stufen 1a und 1b. Beschäftigte erhalten die Wahlmöglichkeit, einen Teil der Jahressonderzahlung in zwei zusätzliche Urlaubstage umzuwandeln. Das LandesTicket Hessen endet zum 31.12.2024. Die Mindestlaufzeit beträgt 28 Monate, beginnend am 01.10.2021 und endend am 31.01.2024. Einigungspapier TV-H 2021 / Vorläufige Entgelttabellen TV-H (Hessen): Gültig ab | Erhöhung | Gültig bis | Prognose 01.10.2021 | ±0 | 31.07.2022 | Tabelle 2021 Rechner 2021 Analyse 01.08.2022 | +2,2% | 31.07.2023 | Tabelle 2022 Rechner 2022 Analyse 01.08.2023 | +1,8% / 65 € | 31.07.2024 | Tabelle 2023 Rechner 2023 Analyse Diese Tabellen sind vorläufig zu betrachten. Änderungen sind möglich!

Verhandlung

Kritik an linearer Einkommensentwicklung im Flugblatt „dbb aktuell“

Im Flugblatt „dbb aktuell“ der Gewerkschaft komba wird der dbb-Verhandlungsführer wie folgt zitiert: Die lineare Einkommensteigerung für den Großteil der Beschäftigten beträgt über die Tariflaufzeit (2 Jahre und 4 Monate) lediglich 4,0 %. Unter Berücksichtigung des in der Tarifrunde 2019 vereinbarten Einfrierens der Jahressonderzahlung auf dem Niveau des Jahres 2018 bis einschließlich 2022 ergibt sich eine tabellenwirksame Entgelterhöhung von nur 3,94 % für die Entgeltgruppen ab E 9a bzw. 3,89 % für die Entgeltgruppen bis E 8. Für Letztere greift jedoch der Mindesterhöhungsbetrag in Höhe von 65 € im Jahr 2023, was beispielsweise bei E 6 Stufe 6 zu einer Gesamtentgeltsteigerung von 4,04 % oder bei E 2 Stufe 2 von 4,73 % führt. Die sogenannten Corona-Sonderzahlungen stellen Einmalzahlungen dar, sind nicht tabellenwirksam und können als Ausgleich für die 10-monatige Nullrunde zwischen Oktober 2021 und Juli 2022 interpretiert werden. So entgeht der E 12 Stufe 3 bei einem Monatsgehalt von 4481,80 € durch die verzögerte Tariferhöhung ein Betrag von 986,00 €. Die „Corona-Sonderzahlungen belaufen sich insgesamt auf 1000 €. Nur die neu eingerichtete Stufe 1b weist gegenüber der Stufe 1 der Entgelttabelle 2021 Erhöhungswerte oberhalb der vom dbb genannten 7,7 % auf. Allerdings betrifft diese neue Stufe 1b nur einen sehr kleinen Teil der bereits im Dienst befindlichen Kolleginnen und Kollegen und wirkt sich selbst für diese Gruppe nur während 6 Monaten ihres gesamten Berufslebens aus. Erhöhungswerte TV-H 2021 zu 2023: € 1a | 1b | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 E 15 | +3.94% | +7.87% | +3.94% | +3.94% | +3.94% | +3.94% | +3.94% E 14 | +3.94% | +7.90% | +3.94% | +3.94% | +3.94% | +3.94% | +3.94% E 13 | +3.94% | +7.87% | +3.94% | +3.94% | +3.94% | +3.94% | +3.94% E 12 | +3.94% | +7.78% | +3.94% | +3.94% | +3.94% | +3.94% | +3.94% E 11 | +3.94% | +7.68% | +3.94% | +3.94% | +3.94% | +3.94% | +3.94% E 10 | +4.00% | +7.78% | +3.94% | +3.94% | +3.94% | +3.94% | +3.94% E 9b | +4.23% | +7.95% | +4.09% | +4.00% | +3.94% | +3.94% | +3.94% E 9a | +4.23% | +7.95% | +4.09% | +4.06% | +4.00% | +3.94% | +3.94% E 8 | +4.32% | +8.25% | +4.16% | +4.08% | +4.01% | +3.94% | +3.90% E 7 | +4.47% | +8.63% | +4.29% | +4.17% | +4.09% | +4.03% | +3.98% E 6 | +4.51% | +8.72% | +4.32% | +4.23% | +4.15% | +4.10% | +4.04% E 5 | +4.61% | +8.97% | +4.41% | +4.32% | +4.23% | +4.17% | +4.13% E 4 | +4.74% | +9.34% | +4.51% | +4.38% | +4.32% | +4.25% | +4.21% E 3 | +4.77% | +9.31% | +4.55% | +4.49% | +4.41% | +4.34% | +4.29% E 2 | +4.96% | +9.47% | +4.73% | +4.66% | +4.60% | +4.47% | +4.35% E 1 | +5.25% | +5.21% | +5.15% | +5.10% | +4.98% Berechnungsbasis sind Brutto-Jahresentgelte einschließlich Jahressonderzahlung. Die prozentuale Absenkung im Jahr 2022 wurde berücksichtigt.

Quelle
Sonstiges

Ulrich Silberbach kritisiert ursprüngliche Forderung von 5 % als unzureichend

Ulrich Silberbach, Vorsitzender des Beamtenbundes dbb, betrachtet die anfängliche Gewerkschaftsforderung von 5 % aufgrund der Inflation mittlerweile als zu niedrig. Er erklärt: „Als wir unsere Forderung erhoben haben, lag die Inflation noch unter drei Prozent. Jetzt ist sie aber davongaloppiert. [...] Wenn die Arbeitgeber nicht endlich vernünftig mit uns diskutieren, werden wir verstärkt streiken.“

Verhandlung

Erster Tag der zweiten Verhandlungsrunde ohne Ergebnis

Am ersten Tag der zweiten Verhandlungsrunde konnte keine Einigung erzielt werden.

Streik

Ende der zweiten Runde ohne Arbeitgeberangebot

Die zweite Verhandlungsrunde beendete ihre Sitzung ohne dass die Arbeitgeberseite ein Angebot vorgelegt hatte. Vonseiten der Gewerkschaften wurden Warnstreiks angekündigt.

Sonstiges

Planung des Finanzministeriums sieht 2,1-prozentige Steigerung vor

Laut Berichten der Stuttgarter Zeitung plant das Finanzministerium eine Anhebung von 2,1%, die sowohl auf die Entgelte als auch auf die Besoldung der Landesbeamten Anwendung findet. Dieses Niveau orientiert sich an dem hessischen Tarifergebnis.

Verhandlung

Erster Tag der dritten Verhandlungsrunde ergebnislos

Der erste Tag der dritten Verhandlungsrunde schloss ohne Vereinbarung ab. Die Arbeitgeberseite unterbreitete weiterhin kein konkretes Angebot.

Verhandlung

Zweiter Tag der dritten Verhandlungsrunde ohne Ergebnis

Auch der zweite Tag der dritten Verhandlungsrunde endete ohne ein abschließendes Ergebnis. Die Gespräche wurden für den Folgetag fortgesetzt.

Einigung

Ergebnis der Tarifrunde TV-L 2021/2022/2023

Am 01.10.2021 wurde eine Nullrunde vereinbart; am 01.12.2022 folgte eine Erhöhung von +2,8%. Die Laufzeit beträgt 24 Monate. Zudem wurde eine steuerfreie Corona-Einmalzahlung in Höhe von 1300 Euro beschlossen. Das Einigungspapier umfasst den Tarifvertrag über eine einmalige Corona-Sonderzahlung sowie Pressemitteilungen der Tarifparteien: der Tarifgemeinschaft deutscher Länder, der Gewerkschaft ver.di, der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG). Es liegen vorläufige Entgelttabellen vor: Für die Gültigkeit ab 01.10.2021 (±0) bis zum 30.11.2022 gilt Tabelle 2021 mit zugehörigem Rechner und Analyse. Für die Gültigkeit ab 01.12.2022 (+2,8%) bis zum 30.09.2023 gilt Tabelle 2023 mit zugehörigem Rechner und Analyse. Diese Tabellen sind als vorläufig zu betrachten; Änderungen sind möglich.

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