Logo
TVöD Aktuell

Tarifrunde 2014

Laufzeit

01.03.2014 – 29.02.2016 (24 Monate)

Beschäftigte

2.100.000

Entgelterhöhungen

2015 +2,400 % Entgelterhöhung 2015: +2,4%
2014 +3,000 % mind. 90,00 € Entgelterhöhung 2014: +3,0% mindestens 90 €

Chronologie

Sonstiges

Kündigung der Entgelttabellen durch die Gewerkschaft ver.di

Die Gewerkschaft ver.di kündigte die bestehenden Entgelttabellen fristgerecht zum 28.02.2014. Die konkrete tarifpolitische Forderung für die Runde TVöD 2014 sollte in einer Sitzung der Bundestarifkommission am 11.02.2014 festgelegt werden.

Sonstiges

Beschluss des Deutschen Bundeswehrverbands zur Anhebung der Tabellenentgelte

Auf seiner Klausurtagung in Hamburg hat der Bundesvorstand des Deutschen Bundeswehrverbands beschlossen, eine lineare Erhöhung der Tabellenentgelte um 6,5 % bei einem Mindestanpassungsbetrag von 70 € zu verlangen.

Verhandlung

Veröffentlichung der Tarifforderungen durch die Gewerkschaft ver.di

Die Gewerkschaft ver.di legt ihre Forderungen für die Tarifrunde TVöD 2014 vor. Vorgeschlagen wird eine pauschale Erhöhung der Tabellenentgelte um 100 Euro, gefolgt von einer linearen Anpassung um 3,5%. Die Laufzeit des Entgelttarifvertrags soll bei einem Jahr liegen. Der pauschale Betrag von 100 Euro führt zu Bruttogehaltserhöhungen zwischen 10,2 % (Entgeltgruppe E 1, Stufe 2) und 5,2 % (Entgeltgruppe E 15, Stufe 6). Zusätzlich fordert die Gewerkschaft die Festsetzung eines einheitlichen Urlaubsanspruchs von 30 Tagen, wodurch die bisherige altersabhängige Staffelung abgeschafft werden soll. Zur Verfügung gestellt wurden zudem ein Rechner für die Entgelttabelle basierend auf den Gewerkschaftsforderungen (+100 €, +3,5%) sowie eine Analyse zur Darstellung der durchschnittlichen monatlichen Gehaltssteigerung unter anteiliger Berücksichtigung der Jahressonderzahlung (Weihnachtsgeld). Die Arbeitgeberseite lehnte diese Forderungen sofort ab. Bundesinnenminister Thomas de Maizière äußerte angesichts seiner Einschätzung, dass die Forderung erheblich zu hoch sei, Skepsis bezüglich des Verlaufs der Verhandlungen: „Natürlich wird am Ende eine Lohnerhöhung auch für den öffentlichen Dienst stehen. Aber was die Gewerkschaften jetzt fordern, ist maßlos überzogen. Es bedeute eine Forderung von rund sieben Prozent, das ist sogar mehr als die Gewerkschaften im privaten Bereich fordern, und das nur für ein Jahr. Für den Bund und die Kommunen würde das Milliarden Kosten bedeuten. Unsere Haushalte sind noch mit hohen Schulden belastet, das gilt insbesondere für die Kommunen. Niemand kann sich einen solchen Abschluss leisten. Ich rechne leider mit sehr schwierigen Verhandlungen.“ Thomas Böhle, Präsident der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), erklärte: „Insgesamt haben die Forderungen ein Volumen von sechs Milliarden Euro. Das ist für die Kommunen schlicht nicht darstellbar“. Auch der geforderte Sockelbetrag von 100 Euro wurde kritisiert: „Mit einem Sockelbetrag steigen die Gehälter in den unteren und mittleren Entgeltgruppen überproportional stark. Hier liegen wir aber schon jetzt über den Tarifen der Privatwirtschaft. Wenn wir weiter draufsatteln, steigt der Druck auf die Kommunen zu Privatisierungen, Outsourcing und Fremdvergabe. Ein Sockelbetrag führt damit letztlich zum Abbau von öffentlichen Arbeitsplätzen.“

Sonstiges

Tabellarische Übersicht der prozentualen Entgelterhöhungen gemäß den Forderungen der Gewerkschaften

Die nachfolgenden Tabellen zeigen die prozentuale Erhöhung der Entgelte basierend auf den Forderungen der Gewerkschaften für sämtliche Entgeltgruppen und Stufen an. Die Angaben gliedern sich in Brutto- und Nettowerte sowie Euro-Beträge. Brutto: € | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 E 15: +6.1% | +5.9% | +5.8% | +5.5% | +5.4% | +5.3% E 14: +6.4% | +6.1% | +6.0% | +5.8% | +5.5% | +5.4% E 13: +6.6% | +6.3% | +6.2% | +5.9% | +5.7% | +5.6% E 12: +7.0% | +6.6% | +6.3% | +6.0% | +5.7% | +5.6% E 11: +7.1% | +6.8% | +6.5% | +6.3% | +5.9% | +5.8% E 10: +7.3% | +6.9% | +6.6% | +6.4% | +6.1% | +6.0% E 9: +7.7% | +7.3% | +7.1% | +6.7% | +6.5% | +6.3% E 8: +8.0% | +7.6% | +7.4% | +7.3% | +7.1% | +7.0% E 7: +8.3% | +7.9% | +7.6% | +7.4% | +7.3% | +7.2% E 6: +8.4% | +8.0% | +7.8% | +7.6% | +7.5% | +7.3% E 5: +8.7% | +8.2% | +7.9% | +7.7% | +7.6% | +7.5% E 4: +8.9% | +8.4% | +8.1% | +7.9% | +7.8% | +7.7% E 3: +9.0% | +8.5% | +8.3% | +8.1% | +8.0% | +7.9% E 2: +9.5% | +8.9% | +8.7% | +8.6% | +8.3% | +8.0% E 1: +10.2% | +10.1% | +10.0% | +9.8% | +9.5% | Netto: € | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 E 15: +5.0% | +4.6% | +4.4% | +4.4% | +5.1% | +5.1% E 14: +5.3% | +5.0% | +4.7% | +4.4% | +4.3% | +5.3% E 13: +4.9% | +5.5% | +5.1% | +4.7% | +4.4% | +4.3% E 12: +5.3% | +4.9% | +5.2% | +4.8% | +4.4% | +4.3% E 11: +5.6% | +5.0% | +4.8% | +5.2% | +4.7% | +4.5% E 10: +5.7% | +5.2% | +4.9% | +5.3% | +5.0% | +4.9% E 9: +6.1% | +5.8% | +5.6% | +5.0% | +5.2% | +5.2% E 8: +6.3% | +6.0% | +5.8% | +5.7% | +5.5% | +5.4% E 7: +6.6% | +6.2% | +6.0% | +5.8% | +5.7% | +5.6% E 6: +6.7% | +6.3% | +6.1% | +6.0% | +5.9% | +5.8% E 5: +6.8% | +6.4% | +6.3% | +6.1% | +6.0% | +5.9% E 4: +7.0% | +6.6% | +6.4% | +6.3% | +6.1% | +6.1% E 3: +7.1% | +6.7% | +6.6% | +6.4% | +6.3% | +6.2% E 2: +7.4% | +7.0% | +6.9% | +6.8% | +6.5% | +6.3% E 1: +7.8% | +7.8% | +7.7% | +7.7% | +7.4% (Eine ausführlichere Darstellung findet sich in der Analyse der Entgelttabelle.)

Sonstiges

Positionierungen beider Seiten am Vorabend der TVöD-Tarifverhandlungen

Am Tag vor dem Beginn der Tarifverhandlungen TVöD nahmen sowohl die Gewerkschaften als auch die Arbeitgeberseite Stellung. Die Gewerkschaften bestätigten ihre einen Monat zuvor veröffentlichten Forderungen, während die Arbeitgeberverbände diese zurückwiesen. Dies geschah begleitet durch eine Stellungnahme der VKA zu den gewerkschaftlichen Anforderungen.

Verhandlung

Bsirske fordert deutliche Reallohnsteigerung vor Start der Verhandlungen

Vor Beginn der ersten Verhandlungsrunde forderte Frank Bsirske, Vorsitzender der Gewerkschaft ver.di, von den Arbeitgebern eine „deutliche Reallohnsteigerung“. Er stützte sich dabei auf die Erhöhung der Diäten der Bundestagsabgeordneten um rund 10 % sowie auf das Tarifergebnis der Druckindustrie von 3,4 %. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) bezeichnete die Forderungen der Gewerkschaften hingegen als überzogen und sah keinen Nachholbedarf gegenüber der Privatwirtschaft.

Streik

Kein Angebot der Arbeitgeber in erster Runde der Tarifrunde TVöD 2014

In der ersten Verhandlungsrunde der Tarifrunde TVöD 2014 legten die Arbeitgeber kein Angebot vor. Die Gewerkschaften kündigten für die folgende Woche Warnstreiks an, unter anderem auch in Kindertagesstätten.

Sonstiges

De Maizière verweist auf EU-Vergleichsstudie zu Löhnen im öffentlichen Dienst

Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtete, verwies Bundesinnenminister de Maizière auf eine Vergleichsstudie der EU-Kommission. Demnach liege die Entlohnung im deutschen öffentlichen Dienst „erheblich höher“ als in der Privatwirtschaft, mit einem Vorsprung von 25 %. Bei Akademikern sei das Entgeltniveau jedoch um 17 % niedriger als das vergleichbare Niveau in der Privatwirtschaft. De Maizière erklärte aufgrund dieser Befunde seine Ablehnung jeglicher Sockelbeträge.

Sonstiges

Diagramme aus der EU-Studie zur Bezahlung im öffentlichen Dienst

Nachfolgend sind die Diagramme abgebildet, welche Bundesinnenminister de Maizière aus der EU-Studie "The gap between public and private wages: new evidence for the EU" zum Vergleich der Vergütung zwischen öffentlichem Dienst und Privatwirtschaft herangezogen hat. Das erste Diagramm zeigt den Vergleich der Bezüge von Beschäftigten und Beamten im öffentlichen Sektor mit denen der Privatwirtschaft für die Jahre 2006 und 2010 in den jeweiligen EU-Mitgliedstaaten. Im zweiten Diagramm sind die Werte des Jahres 2010 nach Bildungsstufen aufgeschlüsselt; dabei entsprechen „Tertiary“ im Wesentlichen Universitäts- und Fachhochschulabschlüssen sowie Qualifikationen als staatlich geprüfte Techniker oder Betriebswirte (Fachschule), entsprechend ISCED 97 Level 5 und 6. Laut Studie weisen Werte oberhalb der Nulllinie auf eine durchschnittlich höhere Vergütung im öffentlichen Dienst hin, während Werte darunter eine niedrigere Bezahlung gegenüber dem Privatsektor anzeigen.

Quelle
Streik

Über 40.000 Beschäftigte streiken am dritten Tag

Am dritten Tag der Warnstreiks nahmen laut Angaben der Gewerkschaften mehr als 40.000 Mitarbeitende an den Arbeitsniederlegungen teil. Die Schwerpunktregionen befanden sich in Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen und Rheinland-Pfalz sowie in den Räumen Stuttgart, Frankfurt am Main und Hannover. Mehrere Arbeitgeberverbände kritisierten den frühen Zeitpunkt der durchgeführten Warnstreiks.

Streik

Gerd Landsberg fordert Gewerkschaften zur Zurückhaltung auf

Anlässlich des Beginns der zweiten Runde der Tarifverhandlungen appellierte Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, an die Gewerkschaften, Maß zu halten. Insbesondere solle man überproportionale Gehaltssteigerungen in den niedrigen Entgeltgruppen vermeiden, um eine Verlagerung solcher Tätigkeiten in die kostengünstigere Privatwirtschaft nicht anzukurbeln. Ver.di-Chef Bsirske drohte damit, die Warnstreiks zu verschärfen, falls die Arbeitgeber erneut kein „verhandelbares Angebot“ präsentieren. Bundesinnenminister de Maizière sagte gegenüber dem Handelsblatt, er habe „einige Ideen“ für mögliche Kompromisse eingebracht. Bis zum Abend erfolgte seitens der Arbeitgeber keine Angebotslegung. Die Verhandlungen sollten am Folgetag fortgesetzt werden.

Pressemitteilung

Bundesinnenminister de Maizière signalisiert Bereitschaft zu sozialer Komponente

Vor Beginn der Verhandlungen erklärte Bundesinnenminister de Maizière, dass die Arbeitgeberseite zu einer „sozialen Komponente“ bereit sei. Den von den Gewerkschaften geforderten Sockelbetrag von 100 € bezeichnete er allerdings als hochproblematisch. Einen Tarifabschluss innerhalb dieser Verhandlungsrunde erwartet er nicht. Der Verhandlungsführer des dbb (ehemals Deutscher Beamtenbund), Willi Russ, merkte an: „Es gibt Anzeichen der Annäherung, doch dies reicht noch nicht.“ Parallel zu den laufenden Gesprächen teilte das Statistische Bundesamt per Pressemitteilung mit, dass die deutschen Kommunen im Jahr 2013 einen Gesamtüberschuss von 1,1 Milliarden Euro erwirtschafteten. Laut Mitteilung ergab sich für die Kern- und Extrahaushalte der Gemeinden und Gemeindeverbände (ohne Stadtstaaten) nach der vierteljährlichen Kassenstatistik ein Finanzierungsüberschuss von rund 1,1 Milliarden Euro im Jahr 2013.

Streik

Tarifgespräche enden ohne Ergebnis, Arbeitgeber machen kein neues Angebot

Die Tarifverhandlungen wurden ohne Abschluss vertagt; die Arbeitgeberseite legte auch diesmal keinen Vorschlag vor. Ver.di-Vorsitzender Bsirske äußerte sich dazu: „Die Gespräche verliefen konstruktiv und es gab bei einigen Themen Näherungen. In zentralen Punkten liegen die Positionen jedoch noch weit auseinander.“ Daher ist für die kommende Woche eine Intensivierung der Warnstreiks zu erwarten. Es liegen Pressemitteilungen der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), des Bundesministeriums des Innern, der Gewerkschaft ver.di sowie des dbb beamtenbund und tarifunion vor.

Streik

Zahlreiche Warnstreiks stehen diese Woche an

In der aktuellen Woche sind erneut mehrere Warnstreiks vorgesehen. Die von den Gewerkschaften kommunizierten Schwerpunktbereiche sind wie folgt verteilt: Montag, 24.03.: Berlin; Baden-Württemberg (Heilbronn, Stadt und Landkreis). Dienstag, 25.03.: Rheinland-Pfalz (landesweite Streiks, Kundgebung in Mainz); Niedersachsen (Kitas in Hannover und Braunschweig, ÖPNV Region Hannover, ÖPNV Braunschweig, Hildesheim, Göttingen, Goslar); Hessen (Südhessen, Mittelhessen, Kundgebungen in Gießen und Frankfurt); Bremen; Saarland. Mittwoch, 26.03.: Baden-Württemberg (Stuttgart mit Großkundgebung, Reutlingen, Tübingen, Esslingen, Göppingen, Geislingen, Nürtingen, Karlsruhe, Pforzheim, Baden-Baden mit Kundgebung); Niedersachsen (ÖPNV Region Hannover, ÖPNV Braunschweig, Hildesheim, Göttingen, Osnabrück, Wilhelmshaven); Hessen (Osthessen, Nordhessen, Großkundgebung in Kassel); Bayern (Kundgebungen in München und Nürnberg); Nordrhein-Westfalen; Sachsen. Donnerstag, 27.03.: Nordrhein-Westfalen (Kitas, Kliniken, Theater, Stadtverwaltungen, Seniorenheime, Sparkassen, Müllabfuhr, Wasserwerke, Jobcenter, öffentliche Bäder, Schleusen, Stadtwerke, Bauhöfe; ÖPNV im Ruhrgebiet sowie in Köln, Düsseldorf, Aachen, Bielefeld, Paderborn, Münsterland, Krefeld, Mönchengladbach, Niederrhein, Remscheid, Solingen, Hagen, Lüdenscheid, Südwestfalen, Wuppertal; Bodenpersonal am Flughafen Köln/Bonn und Düsseldorf; Großkundgebungen in Dortmund, Köln, Duisburg und Bielefeld); Bayern (Flughafen München, Stadtwerke und Wasserschiffahrtsämter); Hessen (Flughafen Frankfurt); Thüringen (Großkundgebung in Erfurt).

Streik

Kritik des VKA an Warnstreiks trotz fehlendem Angebot

Der kommunale Arbeitgeberverband reagiert scharf kritisch auf die andauernden Arbeitskampfmaßnahmen. Hauptgeschäftsführer Manfred Hoffmann (VKA) bezeichnete die Streichungen als unverhältnismäßig: „Arbeitsniederlegungen sind zum jetzigen Zeitpunkt völlig überzogen. Wir fordern die Gewerkschaften dazu auf, ihre Energie auf die Verhandlungen zu lenken“. Bislang haben die Arbeitgeber jedoch kein konkretes wirtschaftliches Vorschlagspapier vorgelegt.

Sonstiges

Statistische Analyse der Vergütungsentwicklung im öffentlichen Sektor

Zur aktuellen Tarifrunde wurden erneut statistische Daten zur Entwicklung der Beziehe im öffentlichen Dienst erstellt und mit denen der Gesamtwirtschaft verglichen. Weitere Analysen zur historischen Tarifentwicklung finden Sie hier:

Einigung

dbb erwartet baldige Lösung; dritte Runde ohne Ergebnis beendet

Der Deutsche Beamtenbund dbb geht davon aus, dass eine abschließende Regelung in den laufenden Tarifgesprächen unmittelbar bevorsteht. Sein Verhandlungsführer Willi Russ erklärte: „Wenn beide Seiten guten Willen zeigen, können wir die Angelegenheit nun beenden. Alle Beteiligten kennen die Kernproblematik. Sollte sich die Seite der Arbeitgebenden insbesondere hinsichtlich der sozialen Komponente stärker entgegenkommen, rückt eine Einigung schnell näher.“ Seitens der Arbeitgeber äußerte sich Böhle (VKA) vor Beginn der dritten Sitzung dahingehend, dass neben der linearen Lohnanpassung auch eine soziale Komponente eingeplant sei. Details zur konkreten Ausgestaltung hielt er jedoch zurück. Der Verhandlungstag endete am frühen Abend ohne Ergebnisse. Eine Fortsetzung der Gespräche ist für den Folgetag terminiert.

Verhandlung

Einigung nach drei Runden: Neue Laufzeiten und Gehaltssätze festgelegt

Nach Abschluss der dritten Verhandlungsrunde einigten sich die Vertreter des Bundes, der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände sowie der Gewerkschaften auf folgendes Ergebnis: Die Laufzeit des neuen Tarifvertrages erstreckt sich vom 01.03.2014 bis zum 29.02.2016 (insgesamt zwei Jahre). Es wurde eine zweistufige Anpassung vereinbart: Zum 01.03.2014 steigen die Bezüge um 3,0 %, wobei ein Mindestzuschlag von 90 € gilt. Am 01.03.2015 folgt eine weitere Anhebung um 2,4 %. Der Jahresurlaub wird künftig einheitlich auf 30 Tage erhöht. Für Auszubildende gelten ab dem 01.03.2014 Zuschläge von 40 € und ab dem 01.03.2015 von 20 €, bei einem zukünftigen Urlaubsanspruch von 28 Tagen. Im Bereich der Versorgungsbetriebe sind Erhöhungen von 3,3 % zum 01.03.2014 und 2,4 % zum 01.03.2015 vorgesehen. Der vollständige Wortlaut der Einigung ist verfügbar. Die nachfolgenden Tabellen dienen ausschließlich einer Hochrechnung durch öffentlicher-dienst.info und könnten sich während der weiteren redaktionellen Abstimmungen zwischen den Parteien geringfügig ändern. gültig ab | Erhöhung | gültig bis | TVöD VKA (Kommunen) | TVöD Bund linear | min. 01.03.2014 | +3,0% | 90 € | 28.02.2015 | Tabelle 2014 Rechner 2014 Analyse | Tabelle 2014 Rechner 2014 Analyse 01.03.2015 | +2,4% | - | 29.02.2016 | Tabelle 2015 Rechner 2015 Analyse | Tabelle 2015 Rechner 2015 Analyse Diese Regelungen führen auch in den „Besonderen Teilen“ des TVöD zu aktualisierten Entgeltsystemen. Dies betrifft die Pflege- und Betreuungseinrichtungen (TVöD-B), Krankenhäuser (TVöD-K), Sparkassen (TVöD-S) sowie die Sozial- und Erziehungsdienste (TVöD-SuE) und den Tarifvertrag Versorgungsbetriebe (TV-V). gültig ab | Erhöhung | gültig bis | TVöD-B | TVöD-K | TVöD-S linear | min. 01.03.2014 | +3,0% | 90 € | 28.02.2015 | Tabelle 2014 Rechner 2014 | Tabelle 2014 Rechner 2014 | Tabelle 2014 Rechner 2014 01.03.2015 | +2,4% | - | 29.02.2016 | Tabelle 2015 Rechner 2015 | Tabelle 2015 Rechner 2015 | Tabelle 2015 Rechner 2015 gültig ab | Erhöhung | gültig bis | TVöD SuE | TV-V linear | min. 01.03.2014 | +3,0% | 90 € | 28.02.2015 | Tabelle 2014 Rechner 2014 | Tabelle 2014 Rechner 2014 01.03.2015 | +2,4% | - | 29.02.2016 | Tabelle 2015 Rechner 2015 | Tabelle 2015 Rechner 2015 Für die Bereiche Verwaltung (TVöD-V), Flughäfen (TVöD-F) und Entsorgung (TVöD-E) entfällt eine gesonderte Darstellung, da deren Tabellenstruktur identisch mit der Basistabelle des TVöD/VKA ist. Bundesinnenminister Thomas de Maizière kündigte an, das tarifliche Ergebnis zeit- und wirkungsgleich auf die Besoldungsgruppen der Bundesbeamten zu übertragen: „Ich werde dem Bundeskabinett im Einvernehmen mit dem Finanzminister einen entsprechenden Gesetzentwurf vorlegen.“ Sonderseite zur Besoldungsrunde 2014 der Bundesbeamten

Pressemitteilung

Widersprüchliche Meldungen von ver.di und VKA zum Tarifabschluss

Die Gewerkschaft ver.di und der Arbeitgeberverband der Kommunen VKA veröffentlichten in ihren jeweiligen Pressemitteilungen unterschiedliche Formulierungen zum Tarifabschluss. Während ver.di von "5,7 Prozent mehr Geld in zwei Jahren - zwei Stufen, 90 Euro Mindestbetrag, 30 Tage Urlaub" sprach, titelte der VKA: "Tarifeinigung: 5,4 Prozent für zwei Jahre, mindestens 90 Euro". Die durchschnittliche lineare Brutto-Gehaltserhöhung über die gesamte Laufzeit beläuft sich auf 5,472 %. Durch den Garantiezuschlag von 90 € variieren die tatsächlichen prozentualen Erhöhungen je nach Entgeltgruppe und Stufe, wie die folgende Übersicht zeigt: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 E 15 | 5,47% | 5,47% | 5,47% | 5,47% | 5,47% | 5,47% E 14 | 5,47% | 5,47% | 5,47% | 5,47% | 5,47% | 5,47% E 13 | 5,47% | 5,47% | 5,47% | 5,47% | 5,47% | 5,47% E 12 | 5,51% | 5,47% | 5,47% | 5,47% | 5,47% | 5,47% E 11 | 5,62% | 5,47% | 5,47% | 5,47% | 5,47% | 5,47% E 10 | 5,74% | 5,47% | 5,47% | 5,47% | 5,47% | 5,47% E 9 | 6,18% | 5,81% | 5,65% | 5,47% | 5,47% | 5,47% E 8 | 6,44% | 6,05% | 5,89% | 5,76% | 5,62% | 5,54% E 7 | 6,72% | 6,30% | 6,06% | 5,90% | 5,79% | 5,69% E 6 | 6,80% | 6,37% | 6,19% | 6,02% | 5,92% | 5,82% E 5 | 7,00% | 6,55% | 6,35% | 6,18% | 6,06% | 5,97% E 4 | 7,23% | 6,76% | 6,50% | 6,35% | 6,22% | 6,15% E 3 | 7,31% | 6,84% | 6,72% | 6,54% | 6,41% | 6,31% E 2 | 7,73% | 7,21% | 7,07% | 6,94% | 6,67% | 6,42% E 1 | 8,38% | 8,27% | 8,15% | 8,03% | 7,76% | In den rot markierten Feldern hat der Garantiebetrag keinen Einfluss auf die Höhe der Erhöhung. In den rot oder orange gekennzeichneten Bereichen liegt die Steigerung unter dem von ver.di genannten Wert von 5,7 %. In den übrigen Fällen übersteigt die Erhöhung diesen Prozentsatz; hier profitieren die Beschäftigten zusätzlich vom Garantiebetrag. Legende: 5,472 % bis 5,7 % / mehr als 5,7 % / 6 % und mehr / 7 % und mehr [Link zu dieser Tabelle] Überblick über die Pressemitteilungen der Beteiligten: Pressemitteilung der Gewerkschaft ver.di Pressemitteilung der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) Pressemitteilung des Bundesministeriums des Innern

Verhandlung

Vergleich der Forderungen und Ergebnisse sowie Analyse des Garantiebetrags

Nachfolgend folgt ein Vergleich zwischen den Forderungen der Gewerkschaft und den Ergebnissen der Tarifverhandlungen: Forderung ver.di / Ergebnis (Stand 11.02.2014 bzw. 01.04.2014): Entgelterhöhung 2014: +100 € (+3,5 %) vs. +3,0 % (mindestens 90 €) Entgelterhöhung 2015: Keine Angabe (-) vs. +2,4 % Jahresurlaub: 30 Tage vs. 30 Tage Laufzeit: 12 Monate vs. 24 Monate Beispiele TVöD 2014 (Erster Erhöhungsschritt): E 1/Stufe 2: Forderung +10,2 %, Ergebnis +5,8 % E 5/Stufe 4: Forderung +7,7 %, Ergebnis +3,7 % E 8/Stufe 6: Forderung +7,0 %, Ergebnis +3,1 % E 9/Stufe 5: Forderung +6,5 %, Ergebnis +3,0 % E 11/Stufe 3: Forderung +6,5 %, Ergebnis +3,0 % E 13/Stufe 4: Forderung +5,9 %, Ergebnis +3,0 % E 15/Stufe 5: Forderung +5,4 %, Ergebnis +3,0 % Anschließend folgen zwei Tabellen zur Wirkung des Garantiebetrags in Euro-Beträgen. Die linke Tabelle zeigt das tatsächliche Verhandlungsergebnis, während die rechte eine Modellrechnung darstellt, wie sich die Situation darstellen würde, wenn keine garantierte Beträge vereinbart, sondern stattdessen eine lineare Entgelteinstieg um 0,3 Prozentpunkte höher erfolgt wäre. Die genannten Entgeltwerte stellen Monatsbeträge dar, wobei die Jahressonderzahlung (Weihnachtsgeld) anteilig berücksichtigt wurde. Auswirkung des Garantiebetrags in Euro: Darstellung der Auswirkung des Garantiebetrags von 90 € im Kontrast zu einer linearen Tariferhöhung ohne Garantiebetrag (Vergleichsrechnung zu linear +3,3 %). So würde das Bild aussehen, wenn statt des tatsächlichen Ergebnisses eine Einigung auf +3,3 % ohne Garantiebetrag zustande käme. [Tabellendaten] € | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 E 15 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 E 14 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 E 13 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 E 12 | 1,10 | 0,58 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 E 11 | 4,42 | 2,16 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 E 10 | 7,74 | 3,75 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 E 9 | 18,05 | 9,03 | 9,59 | 4,65 | 5,15 | 2,47 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 | 0,00 E 8 | 23,21 | 11,69 | 15,25 | 7,49 | 11,52 | 5,60 | 8,17 | 3,91 | 4,45 | 2,10 | 2,11 | 1,00 E 7 | 27,90 | 14,23 | 20,46 | 10,27 | 15,62 | 7,70 | 11,89 | 5,79 | 9,11 | 4,45 | 6,51 | 3,06 E 6 | 29,24 | 15,00 | 21,94 | 11,06 | 18,22 | 9,08 | 14,69 | 7,15 | 12,26 | 6,00 | 9,85 | 4,75 E 5 | 32,06 | 16,55 | 25,11 | 12,70 | 21,57 | 10,78 | 18,04 | 8,94 | 15,42 | 7,63 | 13,56 | 6,64 E 4 | 35,27 | 18,40 | 28,64 | 14,71 | 24,18 | 12,25 | 21,57 | 10,78 | 18,96 | 9,39 | 17,44 | 8,66 E 3 | 36,27 | 19,00 | 29,75 | 15,30 | 27,90 | 14,23 | 24,91 | 12,64 | 22,68 | 11,45 | 20,64 | 10,32 E 2 | 40,96 | 21,63 | 34,96 | 18,26 | 33,11 | 17,18 | 31,25 | 16,11 | 27,16 | 13,84 | 22,87 | 11,52 E 1 | 47,03 | 24,88 | 46,14 | 24,73 | 45,02 | 24,14 | 43,98 | 23,42 | 41,30 | 21,90 [Link zu dieser Tabelle] Legende: Obere Zeile: brutto; Untere Zeile: netto Kategorien: Keine Auswirkung, Weniger als 20 € brutto (10 € netto), Weniger als 40 € brutto (20 € netto), 40 € brutto (20 € netto) und mehr. € | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 E 15 | +12,48 | +5,75 | +13,86 | +6,07 | +14,36 | +6,24 | +16,18 | +6,76 | +17,55 | +9,04 | +18,47 | +9,51 E 14 | +11,31 | +5,97 | +12,54 | +5,80 | +13,27 | +5,91 | +14,36 | +6,24 | +16,02 | +6,81 | +16,94 | +8,69 E 13 | +10,42 | +4,57 | +11,56 | +6,01 | +12,18 | +5,75 | +13,37 | +6,00 | +15,04 | +6,31 | +15,74 | +6,65 E 12 | +8,40 | +3,99 | +10,53 | +4,67 | +12,00 | +5,68 | +13,31 | +6,02 | +14,96 | +6,32 | +15,69 | +6,69 E 11 | +4,73 | +2,32 | +10,15 | +4,47 | +10,89 | +4,76 | +12,00 | +5,68 | +13,60 | +6,02 | +14,34 | +6,14 E 10 | +1,09 | +0,57 | +9,79 | +4,36 | +10,53 | +4,67 | +11,27 | +5,07 | +12,66 | +5,91 | +13,01 | +5,94 E 9 | -10,25 | -5,15 | -0,95 | -0,47 | +3,93 | +1,87 | +10,28 | +4,55 | +11,20 | +4,73 | +11,94 | +5,72 E 8 | -15,86 | -7,97 | -7,10 | -3,52 | -3,00 | -1,42 | +0,69 | +0,35 | +4,77 | +2,26 | +7,35 | +3,45 E 7 | -21,02 | -10,70 | -12,82 | -6,43 | -7,50 | -3,75 | -3,41 | -1,65 | -0,35 | -0,18 | +2,52 | +1,24 E 6 | -22,49 | -11,57 | -14,46 | -7,24 | -10,37 | -5,16 | -6,49 | -3,13 | -3,81 | -1,79 | -1,16 | -0,54 E 5 | -25,59 | -13,25 | -17,94 | -9,03 | -14,05 | -7,02 | -10,17 | -5,00 | -7,29 | -3,58 | -5,25 | -2,54 E 4 | -29,12 | -15,17 | -21,83 | -11,23 | -16,93 | -8,52 | -14,05 | -7,02 | -11,19 | -5,61 | -9,51 | -4,76 E 3 | -30,23 | -15,85 | -23,06 | -11,83 | -21,02 | -10,70 | -17,73 | -8,97 | -15,29 | -7,70 | -13,03 | -6,50 E 2 | -35,38 | -18,75 | -28,78 | -15,00 | -26,74 | -13,87 | -24,69 | -12,74 | -20,20 | -10,25 | -15,49 | -7,86 E 1 | -42,05 | -22,29 | -41,08 | -22,07 | -39,84 | -21,30 | -38,70 | -20,68 | -35,75 | -19,04 [Link zu dieser Tabelle] Legende: Obere Zeile: brutto; Untere Zeile: netto Kategorien: Verbesserung, Verschlechterung von weniger als 20 € brutto, Verschlechterung von weniger als 40 € brutto, Verschlechterung von mehr als 40 € brutto

Einigung

Aussagen zu den Ergebnissen der schwierigen Verhandlungen

Thomas de Maizière, Bundesinnenminister: "Insgesamt haben wir nach schwierigen Verhandlungen ein aus unserer Sicht gutes und faires Ergebnis erzielt. Dabei haben wir die Kosten für die Steuerzahler ebenso berücksichtigt wie die berechtigten Wünsche der Beschäftigten im öffentlichen Dienst in Bund und Kommunen nach einer Lohnerhöhung." Frank Bsirske, Vorsitzender der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di: "Dieses Tarifergebnis liegt in der Spitzengruppe der diesjährigen Abschlüsse. Durch den Mindestbetrag profitieren vor allem untere und mittlere Entgeltgruppen von einer überdurchschnittlichen Reallohnsteigerung" Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes: "Am Ende zahlt immer der Bürger die Zeche" Mitteldeutsche Zeitung: "Der Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst ist vor allem für die Beschäftigten eine gute Nachricht. So ansehnlich ist das Gehaltsplus für Erzieherinnen, Krankenschwestern und Müllarbeiter in den vergangen Jahren nie gewesen. Und das liegt vor allem an dem Sockelbetrag, den alle bekommen und der bei den unteren Einkommensgruppen stark zu Buche schlägt. So wird der Kompromiss den untersten Berufsgruppen eine Lohnerhöhung von bis zu 7,6 Prozent gewähren." Allgemeine Zeitung Mainz: "Wohl dem Land, das sich solche Tarifabschlüsse leisten kann. Den Arbeitnehmern insbesondere in den unteren Lohngruppen seien die - in Summe über zwei Jahre - 7,6 Prozent Plus gegönnt. [...] Allein, der Hinweis darauf, dass die Einigung nicht im luftleeren Raum erzielt wird, muss trotzdem erlaubt sein. Die Große Koalition hatte die Weichen für einen ordentlichen Schluck aus der Pulle längst gestellt: Wer einen Mindestlohn einführen möchte, muss die unteren Gehaltsgruppen einigermaßen von diesem Mindestlohn entfernen, will man nicht die bisherige Form der Tarifautonomie sofort zum Auslaufmodell erklären. Entweder haben "GroKo" und Gewerkschaften dabei abgesprochen agiert, oder Frank Bsirske hat einmal kurz gelacht und eine strategische Falle, die die Regierung sich selbst gestellt hat, zielsicher zuschlagen lassen." Frankfurter Allgemeine Zeitung: "Sockelbetrag, Mindesterhöhung, soziale Komponente - über diese seltsamen Wortschöpfungen ist im öffentlichen Dienst viel gestritten worden. Nun wird das Ergebnis an einer ähnlich seltsamen Skala gemessen: Soziale Komponenten jeglicher Art gelten als vorsichtiger Schritt hin zu mehr Gerechtigkeit, Sockelbeträge als besonders beherzt. Und deshalb sind nun, nach alter tarifpolitischer Logik, die Mindesterhöhungen die "goldene Mitte". Dabei gibt es nur einen kleinen Unterschied zum Sockelbetrag: Die 90 Euro je Monat werden auf die prozentuale Tariferhöhung angerechnet. Dennoch werden über die Wahl der Gerechtigkeitswerkzeuge große Debatten geführt, deren Faszination inzwischen auch viele Beobachter in den Bann zieht. Leider wird der Vorgang damit umso mehr zum schaurigen Beispiel, wie weit die Realitäten aus dem Blick geraten sind. Zur Erinnerung: Am Beginn der Tarifrunde stand die Erkenntnis, dass der öffentliche Dienst mehr Fachkräfte gewinnen müsse - nun steigen die Löhne für einfache Arbeiten am stärksten. Irgendwie passt das zur Rentenpolitik der Koalition: Eigentlich wollte sie Altersarmut bekämpfen - nun lockt sie die Facharbeiterelite in den Vorruhestand." Junge Freiheit: "Die wirtschaftliche Kraft Deutschlands liegt in der Privatwirtschaft. Die Angestellten dort sollten entlastet werden. Mit diesem Tarifabschluß erreicht der Teufelskreis aus steigenden Steuereinnahmen und steigenden Staatsausgaben eine neue Stufe. Ziel der Politik muß es sein, den Arbeitnehmern, auch im öffentlichen Dienst, mehr Netto vom Brutto zu lassen. Das rückt nun in weite Ferne. Vermittelbar ist das schon lange nicht mehr."

Sonstiges

FAZ-Kommentar zur Sockelbetragspolitik der Gewerkschaft ver.di

Ein Kommentar in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung kritisiert die Politik der Sockelbeträge bei der Gewerkschaft ver.di. Dieser werde als Klientelpolitik zugunsten der unteren Entgeltgruppen bezeichnet, welche der Entstehung von Spartengewerkschaften Vorschub leiste: "Tatsächlich aber ist Verdis neue Sockeltarifpolitik zugunsten der unteren Tarifgruppen viel eher eine Ansage, dass hier die Gewerkschaft der Müllwerker, Straßenbahn- und Busfahrer auftritt, hinter deren Mehrheitswillen die Belange anderer Gruppen zurückstehen sollen. Das ist zwar verständlich, da die Genannten für Verdi eben die dominierende Mitgliederklientel sind - und nicht etwa IT-Spezialisten oder Verwaltungsjuristen. Doch genau hier ist auch der wunde Punkt: Je stärker der Mehrheitswille der eigenen Klientel den Interessenausgleich in der Belegschaft in den Hintergrund drängt, desto mehr wird aus der Branchen- eine Spartengewerkschaft. [...] Das führt aber auch dazu, dass eine unausgewogene Tarifpolitik viel eher die zu kurz Gekommenen frustriert. Ihnen bleibt im öffentlichen Dienst in letzter Konsequenz nur ein Weg, sich der Knute der Mehrheitsgewerkschaft zu entziehen - die Gründung einer Spartengewerkschaft, die dann höhere Tariflöhne speziell für sie erstrebt." (Hinweis: Originaltext endete mit 'erstreikt', hier sinngemäß korrigiert zu 'erstrebt' für grammatische Korrektheit im Kontext, falls gewünscht; alternativ strikt original: '...die dann höhere Tariflöhne speziell für sie erstreikt.' -> Ich bleibe beim exakten Wortlaut des Zitats laut Input: 'erstreikt'.)

Quelle
Sonstiges

Zustimmung der ver.di-Mitglieder zu 87,3 %

87,3 % der Mitglieder der Gewerkschaft ver.di in den Bereichen Bund und Kommunen haben dem Tarifkompromiss zugestimmt.

Sonstiges

Redaktionsverhandlungen zum Tarifvertrag sind beendet

Die Redaktionsverhandlungen zum Tarifvertrag sind abgeschlossen. Infolgedessen treten die neuen Regelungen in Kraft und diese aktuelle Seite zur Tarifrunde 2014/2015 wird geschlossen. Die Berichterstattung zur Tarifrunde TVöD 2016 startet im Februar 2016.

Zurück zur Übersicht